Scania gehört zu den Lastwagen-Herstellern, die sich nicht im Lkw-Sport engagieren, gleich, ob es sich um Rennen, Trials oder Rallyes handelt. Doch das hält Freunde der Marke nicht davon ab, eigene diesbezügliche Ideen in die Tat umzusetzen. So ist auch diese feine Maschine das Ergebnis einer privaten Initiative.
Die technische Basis des Projekts ist ein serienmäßiger 124/420, der sich bei den ersten Probefahrten zwar schon sportlich in die Kurven legte, dessen Fahrwerk aber eher zum Lasten schleppen als zum sportlichen Schnellfahren geeignet ist. Ende 2003 rollte das Fahrzeug in Zwolle vom Band.
Nach dem ersten Winter und tausenden von Stunden Umbauarbeiten präsentierte sich die Maschine in einer super Lackierung mit dem Greif in metallic-blau. Allerdings erwiesen sich Details wie die hinter der Hinterachse montierten Ersatzräder als ungünstig, weil sie bei schneller Fahrt für unerwünschte Schwingungen sorgten.
Also wurde m nächsten Winter munter weiter gebaut, um aus den Erfahrungen der ersten Rallyesaison technische Verbesserungen abzuleiten. Eine Lackierung des Armaturenträgers und ein Sportlenkrad optimieren den Fahrerplatz. Da das Heck schlecht einsehbar ist, übermittelt eine Kamera die Rückansicht auf einen Monitor.
Die Serienversion des Fahrwerks ist mehr für starke Belastung mit hohen Gewichten und niedrigem Tempo konzipiert. Beim Rallyesport, wo auch ein Zehntonner Geschwindigkeiten bis 160 km/h erreicht, sind die Anforderungen eher umgekehrt, und einfache Stoßdämpfer drohen auf schnell gefahrenen Pisten wegen der Vielzahl von Reibungsbewegungen zu überhitzen. Deswegen kommen bei diesem Fahrzeug teure Spezialdämpfer von Koni zum Einsatz.
Dass ein Sportmotor gut beatmet werden will, zeigen die dicken Rohre, die dem serienmäßigen Hpi-Sechszylinder und seinem Turbolader ausreichend Luft verschaffen. Per Elektronik wird die maximale Leistung der Maschine erzeugt, ansonsten arbeitet dieser Scania mit dem gleichen Motor wie tausende seiner Markenkollegen.
Gerade laufen Gespräche, das Fahrzeug nach zwei schon viel versprechenden Einsätzen auf der Rallye Berlin-Breslau jetzt auch anderweitig sportlich einzusetzen, wir hoffen, darüber etwas in Zukunft berichten zu können. Das Projekt ist übrigens eine Zusammenarbeit des Scania-Partners STS in Kleinkoschen bei Senftenberg und der Cottbusser Lackiererei Niedergesäß.