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Scania im niederländischen Großversuch für überdimensionale Lastzüge
Patrick Kragt und Bart Ploegman haben in den Niederlanden eine Spezial-Fahrerlaubnis für LZV-Lastzüge mit 60 Tonnen Gesamtgewicht und 25,25 Metern Länge erworben. Zum einen ist es für sie Ehrensache, am Experiment der Riesenlastzüge teilzunehmen. Zum anderen bringt es die Verpflichtung zu umfangreicher Buchführung, denn jede Tour wird für das Transportministerium gründlich dokumentiert.
Vorbild sind die Gesetze besonders in Schweden und Finnland, wo 60 Tonnen schon seit Jahrzehnen, 25,25 Meter seit Jahren das Höchstmaß der normalen Kombinationen wie bei diesem Exemplar in der Nähe von Stockholm sind. Jetzt hoffen die niederländischen Transporteure darauf, eines Tages im Transit durch Deutschland bis an die Ostsee fahren zu dürfen, dann könnten solche Riesenlastzüge erstmals im transeuropäischen Fernverkehr eingesetzt werden.
Barts Scania ist ein 164/480, das Fahrwerk hat die Besonderheit, dass sich die beiden ersten Elemente als Vorderteile des Aufliegers gegeneinander tauschen lassen. Damit können zum Beispiel Container im Dreierpack auf Langstrecke von Rotterdam nach Venlo bewegt werden, von da aus fährt der Lastzug zweimal im Euromaß zum Laden ins Ruhrgebiet. Letztendlich ist diese Variante schwer und teuer geraten, doch Spediteur Koos Overdevest aus Nootdorp ist stolz, damit als Pionier dieser Technik schon beim ersten Versuch dabei gewesen zu sein.
Patricks Lastzug wird von einem R470 gezogen, hier kommt eine besonders in Schweden verbreitete Technik zum Einsatz: Das mittlere Fahrwerk lässt sich elektrohyrdaulisch unter den ersten Auflieger ziehen, wenn das hintere Teil abgesattelt ist. Das ist nötig, um auch mit dem vorderen Auflieger rückwärts an eine Laderampe zu fahren. Auch bei dieser Kombination ist es möglich, schwere Last auf Langstrecke rationell zu bewegen und die Zustellung auf engen Verkehrsräumen mit erst dem einen und dann dem anderen Auflieger zu erledigen. Diese Variante ist übrigens rund zwei Tonnen leichter als die ältere.
Die ersten Erfahrungen sind ermutigend, und wenn man den Dieselverbrauch auf die Tonnenkilometer oder die Zahl transportierter Paletten umrechnet, ergeben sich Vorteile für Umwelt und Betriebskosten. Dass solche Technik auch eine Anregung für intelligenten und schönen Fahrzeugbau ist, zeigt das hier abgebildete Achsaggregat mit Sattelkupplung, nach Zulassung ein eigenständiges Fahrzeug mit Nummernschild. © Der schwedische Greif 2004,Alle Rechte vorbehalten. |
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